Les topoï de la gynécocratie dans la publicistique protomoderne. Remarques de sémantique historique

Résumé : Die Bildpublizistik der Frühen Neuzeit gilt als frauenfeindlich. Sie steht in einer jahrhundertealten textbildlichen Tradition, die sich bis ins 18. Jahrhundert hinein fortsetzt und die von Kulturhistorikern/ Kulturhistorikerinnen vertretene These eines "langen Mittelalters" beweiskräftig untermauert, insofern als der epistemologische Paradigmenwechsel und der Wandel der Mentalitäten erst relativ spät zum Durchbruch gelangen. Anders als in der "hohen" klassischen Literatur wird in den illustrierten Flugblättern das Thema der "Weibermacht" durchgehend satirisch behandelt. Doch verrät eine eingehendere Analyse der sprachlichen Gestaltung des Textmaterials die relative Anfälligkeit und die - in der Fantasie vorexerzierte - Umkehrbarkeit der realen Männerherrschaft, die nach Thomas Laqueur eher sozial als rein physiologisch begründet ist, denn erst die Biologisierung der Sexualität und der gesellschaftlichen Verhältnisse Mitte des 18. Jahrhunderts habe die Betrachtungsweise nachhaltig verändert. Hinterfragt wird dieser problematische Diskurs am Beispiel paradigmatischer Motive (Schwert, Säckel, Siemann, Hose) in Anlehnung an die Herangehensweise der historischen Semantik. Dabei stellt sich die Frage, ob die starke Diskursivierung und Mediatisierung des Geschlechterkampfs in der bürgerlichen Konversationskultur des 16. und des 17. Jahrhunderts trotz ihrer grundsätzlichen Negativität nicht doch eher die Weichen für die Entstehung eines weiblichen Gegendiskurses stellt, ganz im Sinne der von Judith Butler vorgebrachten Dialektik, wonach mit der diskursiven Unterwerfung der Frauen gleichzeitig deren Subjektwerdung einhergehe.
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Contributeur : Florent Gabaude <>
Soumis le : lundi 3 juin 2013 - 11:20:48
Dernière modification le : mardi 17 avril 2018 - 23:26:02

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Florent Gabaude. Les topoï de la gynécocratie dans la publicistique protomoderne. Remarques de sémantique historique. Le Berre Aline, Schober Angelika, Gabaude Florent. Le pouvoir au féminin. Spielräume weiblicher Macht. Identités, représentations et stéréotypes dans l'espace germanique, PULIM, pp.253-268, 2013. ⟨hal-00829394⟩

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